Artikel-Schlagworte: „Vorbereitungskurse für Schwangere“

Schwangerschaft in der modernen Gesellschaft

Früher wurde geheiratet und man bekam Kinder ohne großartig zu planen. Alles schien seinen natürlichen Weg zu gehen. Heute ist alles anders. Ohne einen vernünftigen Zehnjahresplan wird nichts mehr in die Wege geleitet. Und dazu gehört sowohl die berufliche Zukunft als auch die familiäre Planung.

Ein Kind bedeutet für die zukünftigen Eltern eine Umstellung in jeder Lebenslage. Die werdenden Eltern versuchen alles im Voraus zu beachten, um von nichts Unvorhergesehenem erwischt zu werden.

Und es lässt sich wahrlich viel vorbereiten. Schwangere besuchen heutzutage Kurse zur Ernährung, Erziehung und Vorsorge für ihr Kleines. Es wird nichts ausgelassen. Sie trinken spezielle Tees, gehen in Yogakurse, lesen spezielle Babylektüren und davon gibt es nicht wenige. Daneben gehört es selbstverständlich auch dazu, die passende Wohnung für die neue Kleinfamilie zu finden. Darüber kann man hier weiterlesen.  Der Markt macht es den werdenden Eltern nicht einfach, einfach nur schwanger zu sein.

Die Soziologin Cornelia Schadler von der Universität Wien sieht die Gründe für die Hektik in der peniblen Planung der Schwangerschaft. Sie hat mit 20 Paaren gesprochen. Meistens bekommt eine Frau nur ein Kind. Dieses Erlebnis soll nicht nur etwas Besonderes werden, sondern auch so passieren, wie es die werdende Mutter wünscht. Es ist quasi ein Lifestyle-Event, der die Eltern in eine neue Lebensphase übergehen lässt.

In den Hochglanzmagazinen wird eine neue Familie kreiert. Eine nahezu perfekte Familie, mit beruflich erfolgreichen Eltern, die sich aber auch Zeit für ihr Kind nehmen. Die Fülle von Tipps und Vorstellungen der Gesellschaft gegenüber den Eltern wird zu einem unmöglichen Unterfangen.

Junge Paare wissen am Ende gar nicht mehr, was falsch und was richtig ist. Sie sind überfordert und im Glauben, sie müssten perfekt sein. Schließlich kann man bei jeder Kleinigkeit Fehler begehen. So erscheint es, je mehr Information man hat, desto unsicherer wird man und die Ängste verleiten dazu, an alles denken zu müssen. Entspannte Eltern sieht man nur noch selten und wenn, dann sind das zumeist nicht die Eltern sondern die Großeltern, die entspannt mit den Kleinen umgehen.

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